Sujet
Seit unserer Gründung sind wir bekannt für unsere selbstgebastelten, bunten Sujets. Jedes Mitglied bastelt und näht selber – demnach ist auch jedes Kostüm ein Einzelstück! Das Herz und die Seele unserer Sujets sind unsere Grinde. Jede Fasnacht investieren wir unzählige Stunden in unseren Kopfschmuck. Im «Budali» (unserem Bastelraum) wird fleissig mit Ton, Glasfaser, Latex und Farbe hantiert.
So entstehen unsere Sujets
Ideen sammeln am Diskussionsabend
Kurz nach der Fasnacht findet unser Diskussionsabend statt. Da diskutieren wir die vergangene Fasnacht und es kursiert eine Liste, wo jedes Mitglied seine Sujetideen eintragen kann. Als letzter Programmpunkt werden diese Sujetideen kurz vorgestellt, so dass sich alle etwas darunter vorstellen können. Aus allen Ideen – meist einigen Dutzend – wählen wir drei Sujets, welche die Sujetgruppe auf die GV weiter ausarbeitet.
Sujet wählen an der GV
Die Sujetgruppe stellt die drei ausgearbeiteten Sujets an der GV der Versammlung vor. Nun wählen wir unser Sujet für die nächste Fasnacht. Meistens findet unsere GV im Mai statt – so bleibt genügend Zeit, um das eigene Kleid und der Grend zu konzipieren und auszuarbeiten.
Kleid und Grend ausarbeiten
Nun beginnt der spannende Teil. Jedes Mitglied erstellt das Kleid. Je nach Sujet gibt es eine Figurenliste, in welche man seine Wunschfigur eintragen lässt. Nicht, dass am Schmutzigen Donnerstag zwei Leute mit der gleichen Figur auftauchen. Das Kleid organisiert, näht und bastelt jedes Mitglied selbst. Die Kreativen nähen von Grund auf alles selbst. Andere modifizieren Fundstücke aus Brocki, Kleiderschrank und Fundgruben und pimpen diese, bis sie der Figur entsprechend. Und letztere geben das Nähen des Kleides jemandem in Auftrag. Um den Grend zu basteln, unterstützt die Bastelcrew mit Modellieren und Malen soweit dies gewünscht ist.
Präsentieren am Schmutzigen Donnerstag
Wer was ausgearbeitet hat, sehen wir auch selbst immer erst am Schmutzigen Donnerstag an der Tagwache. Jedes Jahr sind wir sehr gespannt, wie wohl alle auftauchen. So sind wir die ersten Fasnachtsstunden beschäftigt, die Kleider und Grende aller anderen zu bestaunen.
Wie entsteht ein Grend?
Ein Hügü-Grind entsteht in liebevoller Handarbeit (zumindest bei den Geduldigen). Zuerst modellieren unsere Mitglieder die Grundform des Grindes mit Ton. Bestenfalls kann man dann bereits erahnen, was der Grind darstellen soll. Diese Rohfassung wird mit einem Gemisch aus Latex und Glasfaser eingefasst. (Ein Schelm, wer beim Wort Latex an Böses denkt.)
Nach einer Trocknungszeit von rund 24 Stunden wird erneut eine Schicht aus Latex und Glasfaser aufgetragen. Nach erneuter Trocknungszeit wird der Ton entfernt und die Grundform des Grindes ausgewaschen. Wer sich frühzeitig um diese Aufgabe kümmert, hat Spass. Wer erst nach Tagen den Ton entfernt, sollte sich mit Pickel und viel Nerven bewaffnen.
Der Grind wird mit Farbe grundiert und anschliessend bemalt. Zum Glück haben wir eine bastelbegabte Sujet- und Malgruppe, die aus jedem Mitglied einen Leonardo Da Vinci zaubert.
Zu guter Letzt: Der Feinschliff! Haare, Augen, Ohrringe, Wunden und weitere Accessoires werden am Grind befestigt. Da gab es schon manch halsbrecherische Bastelaktion, bei der die Grinde nur mit Müh und Not überlebt haben. Am Ende sind wir immer sehr stolz auf unsere Grinde – und natürlich aufs ganze Sujet!
Wer sind die Hügü-Schränzer?
Wie es dazu kam, dass die Hügü-Schränzer heute an der Fasnacht durch die Luzerner Gassen ziehen.